Kirche gemeinsam verändern

Gebet für die Diözese 11.12.2019 - Psalm 23

Veröffentlicht von Gabriel Stabentheiner am 12.12.2019
Gerda Schaffelhofer
Gerda Schaffelhofer und Jurij Buch beim Gebet für die Diözese am 11.12.2019

Der Herr ist mein Hirt

Martin Gutl:  Nachdichtung des Psalms 23

Der Herr ist mein Hirt,

nichts kann mich töten.

Menschen beobachten mich.

Sie urteilen schnell.

Sie kennen mich kaum.

Ich bete zum Herrn:

Der Herr ist mein Hirt.

Sein Blick reicht bis zum Grund meiner Seele.

Sein Blick birgt alle Güte der Welt.

Der Herr ist mein Hirt,

nichts wird mir fehlen.

Er wird nicht müde,

Tag und Nacht mein Beten zu hören.

Er bricht nicht zusammen

unter der Last, die ich ihm übergebe.

Er gibt mir die Kraft,

unverdrossen zu helfen.

Der Herr ist mein Hirt,

nichts kann mich töten.

Die Tage vergehen,

Menschen eilen vorüber an mir.

Ich sehe ein Hasten und Eilen

durch Städte und Länder.

Ich ahne die wachsenden Schatten

rund um die Welt.

Doch ich weiß:

Der Herr ist mein Hirt,

nichts kann mich töten.

Meine Umgebung versteht mich nicht.

Sie tragen Masken und öffnen sich nicht.

Sie reden geschwätzig.

Sie geben mir nichts.

Ich ertrinke im Schweigen.

Ich finde das Wort nicht,

das mich mit ihnen verbindet.

Der Herr ist mein Wort,

das Nähe mir schafft.

Ich frage und suche,

ich denke und forsche,

doch die Frage brennt ständig in mir:

Woher und wohin?

Der Herr ist mein Hirt,

er zeigt mir den Weg

vom Grübeln zum  Glauben,

vom Engpass ins Weite.

Die Unruhe der Welt bedrängt mich sehr,

beim Herrn finde ich Stille und Ruhe.

Er ist mein Fels,

wo alles sich auflöst.

Er ist mein Halt,

wo alle Stützen zerbrechen.

Er steht, wo wir fallen.

Er liebt, wo wir hassen.

er schweigt, wo wir irren.

Er ist, wo wir werden.

Der Herr ist mein Hirt,

nichts kann mich töten.

Und muss ich durch dunkle Schluchten gehen,

ich fürchte kein Unheil,

Er ist bei mir.