Kirche gemeinsam verändern

Wir alle haben die gleiche Würde

Veröffentlicht von Gabriel Stabentheiner am 28.11.2019
Team aus der Pfarre St. Veit
Eva Schwarz-Dellemeschnig, Martin Windbichler, Monika Bauer, Heimo Schwarz

Ein Team aus der Pfarre St. Veit gestaltete das "Gebet für die Diözese" am 27.11.2019. Ausgehend vom Galaterbrief 3,26-29 wurde in den Ansprachen darauf hingewiesen, dass wir vor Gott zwar nicht gleichartig, aber gleichwertig sind. Die konkrete Realität im kirchlichen Alltag sieht anders aus. Die Erkenntnis, dass Frauen nur ein Notnagel sind, ist bedauerlich, da dadurch viele Charismen einfach liegen gelassen werden. Wenn man die Aussage des Galaterbriefes ernst nimmt, werden alle Unterschiede aufgehoben. Dies muss unser Anspruch für die Zukunft sein.

 

Moderner Psalm

Großer Gott, manchmal ist es nicht einfach, in dieser Kirche und mit dieser Kirche 

dann wenn das Gesetz regiert, und die Liebe vergessen wird, wenn die Finanzen die Pastoral bestimmen 

wenn das Gottvertrauen abhanden gekommen ist, die Angst gefangen nimmt und zur Sesshaftigkeit verführt

wenn die Kraft fehlt zum Aufbruch, und der Mut zum Träumen 

wenn die Barmherzigkeit fehlt zur Vergebung, und die Toleranz zur Vielfalt 

und es kann sein, dass die Kirche auch gelegentlich deinem Geist im Wege steht 

wenn sie verurteilt statt zu versöhnen, wenn sie hinaustreibt statt einzuladen 

wenn sie droht statt zu befreien, wenn sie erstarrt statt zu bewegen 

manchmal ist es nicht einfach, in dieser Kirche Schritte der Nachfolge zu gehen 

und manchmal ist da Zorn und Wut, und Ohnmacht und Resignation, und Sehnsucht und Trauer 

und doch ist da Erinnerung und Begegnung und Heimat und Zuversicht und Hoffnung und Traum

Schenk uns die Kraft, diese Kirche mitzugestalten 

schenk uns den Mut, der Zukunft zu vertrauen 

schenk uns die Geduld, die Vorläufigkeit auszuhalten und schenk uns die Hoffnung auf Verwandlung

schenk uns die Entschiedenheit zum Streit, und schenk uns die Liebe zur Toleranz 

sei bei uns, geh mit uns, birg uns 

und fordere uns heraus und sei auch mit all jenen, die diese Kirche verlassen haben

oder ihr Amt aufgegeben haben 

lass sie nicht gleichgültig werden oder hart und bitter sondern eröffne ihnen neue Wege zu dir 

sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu

 

Lesung

Galaterbrief 3,26-29

Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung.

 

Glaubensbekenntnis

der Pfarrgemeinde St. Georgen an der Gusen

 

Ich glaube an Gott, der mich nach seinem Bild einzigartig erschaffen hat,

der in Jesus Christus Mensch geworden ist, der sich mir zuwendet und mich sorgend begleitet

in frohen und in leidvollen Stunden wie ein zärtlicher Vater und eine liebevolle Mutter.

Ich glaube an Gott, der die Menschen als Mann und Frau gleich an Würde und Wert erschaffen hat.

Ich glaube an Gott, der mir im Nächsten begegnet, in allen gelungenen menschlichen Beziehungen, aber auch dort, wo mich Schwierigkeiten herausfordern.

Ich glaube an Gott, der meine Enge aufbricht, der Licht in mein Dunkel bringt, der mich in meiner Unvollkommenheit und in meinem Scheitern bedingungslos annimmt und mich rettet aus der Bedrängnis.

Ich glaube an Gott, der mir ein erfülltes Leben zugedacht hat, das ich zur Entfaltung bringen darf.

Ich glaube an Gott, der im Heiligen Geist gegenwärtig ist und in mir den Glauben lebendig macht.

Er gibt mir Kraft, mutig neue Wege zu gehen und so mein Leben zu verwirklichen.

Ich glaube an Gott, der Kirche als vielfältige Gemeinschaft gestiftet hat, deren Mitte und Einheit Jesus Christus ist.

Ich glaube, dass wir gesandt sind, im Alltag aus dem Geiste Jesu zu leben.

Ich glaube, dass wir gerufen sind, mit Gottes Schöpfung verantwortungsvoll umzugehen, unser Gespür für soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten zu entwickeln und mutig für Gerechtigkeit, Menschenwürde und Freiheit einzutreten.

Ich glaube, dass wir gerufen sind, uns unermüdlich für einen friedlichen Umgang mit Konflikten einzusetzen, sowie Vorurteile und Misstrauen gegenüber Fremden und Ausgegrenzten abzubauen und ihnen in einer Haltung von Achtung und Solidarität zu begegnen.

Ich glaube an Gott, der mir im täglichen Leben Auferstehung möglich macht und mein Leben am Ende meiner Tage zu seiner Vollendung führt.

 

Die bisherigen Gebete für die Diözese im Rückblick

 

Die Ansprachen als Video-File

Gebet für die Diözese 27.11.2019 - Ansprachen
Rudi Lechner
Rudi Lechner umrahmte das Gebet mit seiner Musik