Kirche gemeinsam verändern

Gebet am 8. Oktober 2021 - Impuls von Gabriel Stabentheiner

Veröffentlicht von Gabriel Stabentheiner am 09.10.2021
Gebete für das Gelingen der Weltsynode
Gebete für das Gelingen der Weltsynode

Für jeden Aufbruch braucht es eine Richtung. Für einen neuen Kirchenaufbruch kann es nur eine Richtung geben, die ich umschreiben möchte mit Offenheit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Darin müssen wir uns üben, Viel Praxis haben wir in der Kirche damit nicht. Zu oft wurde uns der stille Gehorsam abverlangt, wurde uns ein Maulkorb um Mund und Seele gehängt. Das ist unter Papst Franziskus nun anders. Er wünscht unseren aktiven Beitrag in der Kirche, unser Mitdenken, unser Mitarbeiten. Und dazu gehören auch unsere Kritik und Selbstreflexion. Wir haben dazu eine Umfrage ausgearbeitet, die bereits online steht, die – wie schon anfangs erwähnt – für ALLE gedacht ist, für Laien wie für Kleriker, für praktizierende Insider, aber auch für die, die mit der heutigen Form der Kirche nicht mehr viel auf dem Hut haben.

Gerade ihre Meinung ist uns ein besonderes Anliegen, weil sich die Kirche oft nicht wirklich dafür interessiert, obwohl es für sie sehr heilsam wäre und sie von diesen Menschen viel für ihre eigene Performance lernen könnte. Wir alle kennen solche Menschen. Was hindert uns daran, sie gerade jetzt in diesen neuen Prozess einzubeziehen? Bringen wir diese Online-Umfrage unter die Leute und verwickeln wir sie doch in ein Gespräch. Wir können diesen Menschen versichern, dass Ihre Meinung in Form dieser Umfrage von uns direkt und ohne sie einer Zensur durch die österr. Bischöfe zu unterziehen, nach Rom getragen wird; wir werden wie schon einmal den direkten Weg nach Rom suchen. Und es wäre schön, wenn wir uns als Boten vieler verstehen könnten, vieler aus unserer Diözese, aber auch aus anderen Diözesen.   Nehmen Sie am Ende dieses Gottesdienstes nicht nur eine, sondern so viele Karten mit, wie sie brauchen.

Viele heiße Eisen haben wir dort angesprochen, und doch wird Ihnen das ein oder andere fehlen. Haben Sie den Mut zu Ergänzungen, und bringen Sie Ihre Meinung ein im Sinne der Richtung, die von mir schon beschrieben wurde: Offenheit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Und noch etwas: All unsere Aktivitäten, auch die Online-Befragung,  verstehen sich als Ergänzung  der Schritte, die in unserer Diözese und in anderen Diözesen Österreichs im Rahmen des Synodalen Prozesses hoffentlich gesetzt werden. Sie müssen sich nicht für das eine und damit gegen das andere entscheiden. Wir stehen nicht in Konkurrenz zu einander, Kirche lebt von Gemeinschaft, nicht von Konkurrenz. Wir wollen eine Stimme im Konzert des ganzen Prozesses sein.

Und damit uns das gelingt, wollen wir uns künftig auch einmal im Monat und zwar ab November immer am ersten Freitag des neuen Monats treffen und für das Gelingen des ganzen Prozesses UND um Mut und Ausdauer in unseren eigenen Bemühungen beten. Bitte merken Sie sich schon heute den nächsten Termin vor und laden Sie auch andere Menschen ein, auch solche, die sonst nicht so häufig Kirchentore öffnen. Sie sind uns willkommen. Das nächste Mal am Freitag 5. November, 18.00 Uhr wieder hier in der Heilig-Geist Kirche. Die Wahl dieses Ortes die Heilig-Geist-Kirche ist kein Zufall. Wir brauchen Gottes Geist in dieser Stunde der Kirche. Die Rosette braucht das Licht, das ihre Farben zum Kreisen, zum Tanzen bringt.